gruppe disparat Antifaschistische Assoziation Berlin

31Aug/110

IMA­GI­NE THERE‘S NO DEUTSCH­LAND

anbei der Aufruf des "Ima­gi­ne there’s no Deutsch­land"- Bünd­nis, wel­ches zum ei­ge­nen Block auf der Demo des "Frie­de, Freu­de, Ei­er­ku­chen?"-​Bünd­nis gegen die Ein­heits­fei­er­lich­kei­ten am 03. Ok­to­ber 2011 in Bonn auf­ruft.

IMA­GI­NE THERE‘S NO DEUTSCH­LAND
Am 03. Ok­to­ber 2011. Gegen Deutsch­land. Immer noch, immer wie­der!

I. Neues, altes Deutsch­land
Mit dem Fall der Mauer und der „Wie­der­ver­ei­ni­gung“ wurde das Ende der Nach­kriegs­ära ein­ge­lei­tet. Eine der sicht­bars­ten Fol­gen von Na­tio­nal­so­zia­lis­mus und Ausch­witz – die deut­sche Tei­lung – wurde auf­ge­ho­ben, die aus dem al­li­ier­ten Sieg fol­gen­de geo­po­li­ti­sche Schwä­chung Deutsch­lands be­en­det. Vor­bei waren die Zei­ten, in denen ein „Bun­des­re­pu­blik” vor­an-​ oder ein „De­mo­kra­ti­sche Re­pu­blik” nach­ge­setzt wer­den muss­te. Ohne die al­li­ier­te Auf­sicht brach un­ge­hemmt her­vor, was oh­ne­hin nie ganz be­siegt oder auf­ge­ar­bei­tet war: Po­gro­me in Ho­yers­wer­da, Mann­heim und Ros­tock-​Lich­ten­ha­gen, Brand­an­schlä­ge in Mölln, Lübeck und So­lin­gen spra­chen eine deut­li­che Spra­che der deut­schen Ein­heit – die mehr­heit­lich als völ­ki­sche, im Blut lie­gen­de, ver­stan­den wurde. Be­reits der Be­griff der „Wie­der”-​Ver­ei­ni­gung macht das deut­lich: Er un­ter­stellt, es sei zu­sam­men­ge­kom­men, was schon immer zu­ge­sam­men­ge­hört habe – und des­sen Tei­lung un­er­träg­lich sei. Was da durch die schlich­te An­ne­xi­on der DDR ver­ei­nigt wurde, ein Deutsch­land in die­sen Gren­zen, hatte es je­doch vor­her nie ge­ge­ben. Am ehes­ten ent­spricht es noch den Gren­zen der Wei­ma­rer Re­pu­blik und des „Drit­ten Rei­ches” bis zum „An­schluss” Ös­ter­reichs. Weite Teile des heu­ti­gen Po­lens ge­hör­ten 1918 wie 1937 eben­falls noch zu „Deutsch­land” – ein noch bis heute ge­äu­ßer­ter An­spruch. Pla­ka­tiv zeig­te er sich 1991 an der Wie­der­auf­nah­me des bis zum Kriegs­en­de gül­ti­gen Na­mens „Mit­tel­deut­scher Rund­funk” für den in Leip­zig sit­zen­den Sen­der: Eine fak­ti­sche Nicht-​An­er­ken­nung der Oder-​Nei­ße-​Gren­ze. Diese muss­te bei den Ver­hand­lun­gen zur „Wie­der“-​Ver­ei­ni­gung von Polen unter mas­si­vem Wi­der­stand der deut­schen Re­gie­rung erstrit­ten wer­den.
Die sich in die­ser Klar­heit of­fen­ba­ren­den volks­ge­mein­schaft­li­chen Kon­ti­nui­tä­ten in Den­ken und Han­deln der Deut­schen im Jahre 1989 mar­kier­ten eine Zäsur, der sich linke Kri­tik stel­len muss­te. Spä­tes­tens jetzt hät­ten auch die letz­ten Lin­ken ein­se­hen müs­sen, dass eine ra­di­ka­le Kri­tik an na­tio­na­ler Ver­ge­mein­schaf­tung auf ras­sis­ti­scher Grund­la­ge und an der Re­la­ti­vie­rung von Ausch­witz nötig war. Denn das völ­ki­sche Den­ken war ge­samt­ge­sell­schaft­li­cher Kon­sens, was sich unter an­de­rem in der fak­ti­schen Ab­schaf­fung des Grund­rechts auf Asyl zeig­te, die im „Asyl­kom­pro­miss“ von CDU, CSU, FDP und der SPD-​Op­po­si­ti­on mit ver­ein­ten Kräf­ten be­schlos­sen wurde. In den An­grif­fen auf die als fremd Mar­kier­ten setz­te der deut­sche Mob auf der Stra­ße durch, was spä­ter im Bun­des­tag in Ge­set­zes­form ge­gos­sen wurde: „Wir sind ein Volk“.
Eine wei­te­re Zäsur stell­te die 1998 von der rot-​grü­nen Bun­des­re­gie­rung ein­ge­lei­te­te „Ber­li­ner Re­pu­blik” dar. Das Bild der Na­ti­on wan­del­te sich. Seit dem „Som­mer­mär­chen“ 2006 prä­sen­tie­ren Me­di­en wie Po­li­ti­ker_in­nen stolz die vie­len „Mi­gran­t_in­nen“, die in den deut­schen Fuß­ball-​Na­tio­nal­teams spie­len. Und tat­säch­lich gibt es kon­kre­te Ver­än­de­run­gen im Staats­bür­ger­schafts­recht, Samy De­lu­xe fin­det Deutsch­land mitt­ler­wei­le ganz knor­ke und in jeder Deutsch­land-​Wer­bung wer­den peop­le of co­lour in­sze­niert. Al­ler­dings wird die völ­ki­sche Vor­stel­lung der Na­ti­on auf meh­re­ren Ebe­nen fort­ge­setzt: Für die, die da ganz happy das „mo­der­ne Deutsch­land“ pro­pa­gie­ren, gel­ten die Özils, Ka­d­iras und Jones ja ge­ra­de nicht als „nor­ma­le Deut­sche“, son­dern sind – re­du­ziert auf ihren „Mi­gra­ti­ons­hin­ter­grund“ – nur die Aus­hän­ge­schil­der der ver­meint­li­chen Mo­der­ni­sie­rung. Für den Mob und die Me­di­en sind sie ge­ra­de gut genug, wenn sie Tore schies­sen, gleich­zei­tig wird aber ganz genau hin­ge­schaut, ob „die“ auch die Na­tio­nal­hym­ne mit­sin­gen und sich auch gegen die Tür­kei rich­tig ins Zeug legen. Die In­te­gra­ti­ons­de­bat­te des letz­ten Jah­res hat ge­zeigt, dass mitt­ler­wei­le auch CDU-​Po­li­ker_in­nen mehr „ge­ziel­te“ Ein­wan­de­rung for­dern. Sie haben er­kannt, dass es bes­ser ist, den völ­ki­schen Na­tio­na­lis­mus nicht offen zu for­mu­lie­ren, und dass Im­mi­gra­ti­on öko­no­misch un­aus­weich­lich ist. Doch auch wenn dies be­deu­tet, dass es für einen Men­schen etwa aus Pa­kis­tan mit tech­ni­scher Aus­bil­dung evtl. ein­fa­cher wird, einen Auf­ent­halts­sta­tus zu be­kom­men, viel­leicht sogar einen deut­schen Pass, wird ih­n_­sie die Frage, wo er_­sie denn „ei­gent­lich her­kommt“, ein Leben lang be­glei­ten. Eine Frage, die auch fällt, wenn es sich um die Kin­der be­reits Ein­ge­wan­der­ter han­delt. Es bleibt dabei: Rich­tig deutsch ist, wer von Deut­schen ab­stammt.
Seit der Ber­li­ner Re­pu­blik fin­det auch eine of­fen­si­ve Um­kehr in der Er­in­ne­rungs­po­li­tik statt. Die zuvor noch ab­ge­wehr­te Aus­ein­an­der­set­zung mit den deut­schen Ver­bre­chen wurde in­sti­tu­tio­na­li­siert. Was frü­her be­schwie­gen wurde, le­gi­ti­miert heute unter stän­di­gem Ge­re­de von „Ver­ant­wor­tung“ deut­sche Po­li­tik. Die Ver­gan­gen­heit wird nicht mehr ge­leug­net, statt­des­sen deren „Auf­ar­bei­tung” in den Vor­der­grund ge­stellt. Wäh­rend die Deut­schen sich zuvor mit­tels Schwei­gen einer ernst­haf­ten Aus­ein­an­der­set­zung mit ihrer Ge­schich­te ent­zo­gen, tun sie es heute durch die Gui­do­knop­pi­sie­rung der Ge­schich­te und das Ge­schwätz von „deut­schen Op­fern“ in Dres­den. Diese Pseu­do­re­fle­xi­on wird dabei noch zum mo­ra­li­schen Al­lein­stel­lungs­merk­mal auf­ge­wer­tet: Aus­ge­rech­net mit den deut­schen Ver­bre­chen be­grün­de­te der grüne Au­ßen­mi­nis­ter Josch­ka Fi­scher den ers­ten Aus­lands­ein­satz der Bun­des­wehr gegen das in die­sem Jahr­hun­dert be­reits zum drit­ten Mal von Deut­schen at­ta­ckier­te Ser­bi­en. Ausch­witz und seine „Auf­ar­bei­tung” ver­kom­men somit zur ideo­lo­gi­schen Recht­fer­ti­gung für Deutsch­land, seine In­ter­es­sen im Aus­land auch mit mi­li­tä­ri­schen Mit­teln durch­zu­set­zen.
Heute ist Deutsch­land wie­der Glo­bal Play­er, Ex­port­welt­meis­ter und die Füh­rungs­macht in Eu­ro­pa. Selbst­be­wusst wird mitt­ler­wei­le ein stän­di­ger Sitz im UN-​Si­cher­heits­rat ge­for­dert, in dem Gre­mi­um also, das als Re­ak­ti­on auf die deut­schen An­griffs­krie­ge ge­grün­det wor­den war. Nach den USA hat die Bun­des­wehr die meis­ten Sol­da­t_in­nen auf dem Erd­ball ver­teilt, Deutsch­land ist welt­weit dritt­größ­ter Rüs­tungs­ex­por­teur. Daran wird auch die Krise nichts än­dern. Am Ent­wurf der eu­ro­päi­schen Kri­sen­re­ak­ti­on ist Deutsch­land fe­der­füh­rend be­tei­ligt, sie folgt somit ins­be­son­de­re deut­schen Wün­schen. Hier wir­ken ideo­lo­gi­sche wie wirt­schaft­li­che In­ter­es­sen zu­sam­men: „Old Eu­ro­pe“ soll als Ge­gen­macht zu den USA in Stel­lung ge­bracht und gleich­zei­tig der Eu­ro-​Raum im Sinne deut­scher Tu­gen­den zu Fleiß und Spar­sam­keit an­ge­hal­ten wer­den – und ne­ben­bei sol­len alle EU-​Staa­ten or­dent­lich deut­sche Pro­duk­te im­por­tie­ren. Dies ge­schieht zu Las­ten der „Plei­te-​Grie­chen”, denen, be­glei­tet von einer Hetz­kam­pa­gne gegen „faule Süd­län­der”, ein bei­spiel­lo­ses Spar­pro­gramm dik­tiert wird, ohne dass die Aus­wir­kun­gen deut­scher Nied­rig­lohn-​ und Han­dels­po­li­tik auf die an­de­ren EU-​Staa­ten ins Vi­sier ge­ra­ten.
Eine heu­ti­ge Kri­tik an Deutsch­land muss etwas zu die­ser spe­zi­fi­schen deut­schen Si­tua­ti­on zu sagen haben. Wenn sie den hie­si­gen Ver­hält­nis­sen an­ge­mes­sen sein soll, muss sie die Kri­tik eines Na­tio­na­lis­mus be­inhal­ten, der sich in Deutsch­land immer völ­kisch for­mier­te und sich not­wen­dig auf Ausch­witz be­zie­hen muss.

II. Deut­scher Son­der­weg
Ausch­witz, der in­dus­tri­el­le Mas­sen­mord, war mehr als der bis heute gern pos­tu­lier­te „Be­triebs­un­fall”. Be­reits im Kai­ser­reich pro­kla­mier­ten die Deut­schen einen Son­der­weg, der sich so­wohl gegen die auf­klä­re­ri­schen Ent­wick­lun­gen in Frank­reich als auch gegen das „rück­schritt­li­che“, za­ris­ti­sche Russ­land ab­zu­gren­zen such­te. Dem stell­ten sie das Kon­strukt einer deut­schen Kul­tur und eine Ideo­lo­gie von Ge­hor­sam, Treue und Hin­ga­be an die Ge­mein­schaft ent­ge­gen. Ge­rüs­tet mit die­sen „Tu­gen­den“ und der Vor­stel­lung, die Welt solle am „deut­schen Wesen“ ge­ne­sen, wur­den der Ko­lo­nia­lis­mus und die Mo­bil­ma­chung für den Ers­ten Welt­krieg un­ter­mau­ert.
Selbst­ver­ständ­lich gibt es kei­nen „nor­ma­len” Weg in die ka­pi­ta­lis­ti­sche Mo­der­ne, auch die Ent­wick­lung der „west­li­chen” Ge­sell­schaf­ten war blu­tig, ge­walt­voll und mör­de­risch. Je­doch bleibt die immer wie­der­keh­ren­de Frage, warum keine an­de­re Na­ti­on ver­such­te, sich der Wi­der­sprü­che der ge­sell­schaft­li­chen Mo­der­ni­sie­rung durch die rest­lo­se, in­dus­tri­ell be­trie­be­ne Ver­nich­tung der eu­ro­päi­schen Jü­din­nen_Ju­den, Sinti und Roma zu ent­le­di­gen. Der deut­sche Son­der­weg und die deut­sche Ideo­lo­gie zeich­nen sich bis heute durch eine auf­klä­rungs­feind­li­che und au­to­ri­täts­hö­ri­ge Ge­sin­nung aus, wel­che auf die be­son­de­re po­li­tisch-​ideo­lo­gi­sche sowie öko­no­mi­sche Ent­wick­lung im Ver­lauf der deut­schen Staats­grün­dung zu­rück­zu­füh­ren ist. Im Ge­gen­satz zu an­de­ren Staa­ten blieb die bür­ger­li­che Re­vo­lu­ti­on in Deutsch­land aus – dem in den deut­schen Staa­ten immer schon schwa­chen Bür­ger­tum ge­lang es nie, über den Stän­de­staat zu tri­um­phie­ren, das deut­sche Volk kon­sti­tu­ier­te sich nie als po­li­ti­scher Sou­ve­rän, son­dern immer als Bluts­ge­mein­schaft. Die späte Staats­grün­dung ging nicht als re­vo­lu­tio­nä­rer Pro­zess, son­dern als groß­macht­po­li­ti­sche Reichs­grün­dung von­stat­ten. Gleich­zei­tig ge­lang eine ra­san­te öko­no­mi­sche Mo­der­ni­sie­rung und Trans­for­ma­ti­on im Sinne der Ka­pi­ta­l­ak­ku­mu­la­ti­on. Den dar­aus ent­ste­hen­den so­zia­len Ver­wer­fun­gen wurde in Deutsch­land in die­ser au­to­ri­tär-​völ­ki­schen Tra­di­ti­on mit der Schlie­ßung der Volks­ge­mein­schaft als Form einer re­ak­tio­nä­ren Mo­der­ni­sie­rung be­geg­net.
Wer be­haup­tet, Deutsch­land habe nie einen Son­der­weg be­schrit­ten oder ihn mitt­ler­wei­le ver­las­sen, kommt nicht drum­her­um, Ausch­witz und seine Wur­zeln im völ­ki­schen Na­tio­na­lis­mus zu leug­nen, zu ver­harm­lo­sen oder zu re­la­ti­vie­ren.

III. Deut­sche Ar­beit
Die Tra­di­ti­on der deut­schen Ob­rig­keits­hö­rig­keit wur­zelt in einer spe­zi­fi­schen Vor­stel­lung von Ar­beit, wel­che sich auch im „au­to­ri­tä­ren Cha­rak­ter“ fin­det. Das deut­sche Ar­beits­ethos wurde seit der Re­for­ma­ti­on ent­schei­dend durch die Über­zeu­gung ge­prägt, dass Ar­beit an sich von mo­ra­li­schem Wert, also Selbst­zweck sei, und so das ar­bei­ten­de Sub­jekt in die Ge­sell­schaft in­te­grie­re. Im Cal­vi­nis­mus Eng­lands hin­ge­gen de­fi­niert sich Ar­beit vor allem über ihren Out­put, also über das ge­fer­tig­te Pro­dukt sowie den pro­du­zier­ten Tausch­wert. Der Zwang zur Ar­beit wurde nur in den deut­schen Staa­ten zu einem po­si­tiv be­setz­ten und selbst auf­er­leg­ten Drang, tätig zu sein. Für alle als „Nicht-​Ar­bei­ten­de“ oder als „Zi­geu­ner“ Stig­ma­ti­sier­ten gab es kei­nen Platz, sie wur­den als Ge­fahr für die Ge­sell­schaft ver­folgt. Die größ­te Be­dro­hung je­doch sah schon Mar­tin Lu­ther in „den Juden“, die vor allem mit der abs­trak­ten Zir­ku­la­ti­ons­sphä­re as­so­zi­iert und als Wu­che­rer zum raf­fen­den Ne­ga­tiv der schaf­fen­den deut­schen Ar­bei­ter_in­nen sti­li­siert wur­den.
Die deut­sche Ideo­lo­gie der Ar­beit ver­steht diese nicht als not­wen­di­ge Na­tur­ber­herr­schung und ma­tie­rel­le Exis­tenz­si­che­rung, son­dern als Bei­trag der Ein­zel­nen zum Wohle des Volkes. Par­ti­ku­lar­in­ter­es­sen wer­den als ego­is­ti­sche Schä­di­gung der na­tio­na­len Ge­mein­schaft ge­äch­tet. Im Ka­pi­ta­lis­mus ge­ne­riert sich Ar­beit als „Ver­ge­gen­ständ­li­chung ver­mit­tel­ter ge­sell­schaft­li­cher Be­zie­hun­gen“ (Mois­he Pos­to­ne), wird je­doch nicht als sol­che er­kannt. Viel­mehr gehen die ar­bei­ten­den Sub­jek­te davon aus, einem schöp­fe­ri­schen Pro­zess nach­zu­ge­hen. Ei­gent­li­cher Zweck der Lohnar­beit ist je­doch die Schaf­fung von Mehr­wert durch die Ver­aus­ga­bung abs­trakt mensch­li­cher Ar­beit. Die ver­schlei­er­te Ent­frem­dung von der ei­ge­nen Ar­beits­kraft ma­ni­fes­tiert sich im Res­sen­ti­ment gegen den abs­trak­ten Teil des Pro­duk­ti­ons­pro­zes­ses, wel­chem wie­der­um im Ste­reo­typ des „raf­fen­den Juden“ ein Ge­sicht ge­ge­ben wird. Diese Vor­stel­lung kul­mi­nier­te im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus in der Ge­gen­über­stel­lung von „Arier” und „Jude”. An­ti­ka­pi­ta­lis­mus in sei­ner deut­sches­ten Va­ri­an­te ver­such­te, Ent­frem­dung und Klas­sen­spal­tung ein für alle mal in der Volks­ge­mein­schaft auf­zu­lö­sen: An Stel­le einer dia­lek­ti­schen Kri­tik von Wert und Ware trat die „End­lö­sung der Ju­den­fra­ge”.
Als im Mai 1945 dem Ver­nich­tungs­wahn durch die al­li­ier­ten Streit­kräf­te ein Ende ge­setzt wurde, hat­ten die Deut­schen sechs Mil­lio­nen Jü­din­nen_Ju­den, eine halbe Mil­li­on Sinti und Roma sowie un­zäh­li­ge an­de­re „Volks­fein­de” er­mor­det. Und als wäre nichts ge­we­sen, gin­gen sie zu­rück an die Ar­beit. Diese funk­tio­nier­te wei­ter als schein­bar vor­po­li­ti­sche Größe, an der sie sich auf­rich­ten konn­ten. So wurde in West­deutsch­land die Er­in­ne­rung an De­por­ta­tio­nen und Mas­sen­ver­nich­tung durch die leb­haf­ten Bil­der eif­ri­ger Trüm­mer­frau­en und den Stolz auf das „Wirt­schafts­wun­der” er­setzt: „Ein Volk, das diese wirt­schaft­li­chen Leis­tun­gen voll­bracht hat, hat ein Recht dar­auf, von Ausch­witz nichts mehr hören zu wol­len.“ (Franz-​Jo­sef Strauß, 1969) Dabei wird der im­men­se Vor­teil un­ter­schla­gen, den deut­sche Fir­men aus Zwangs­ar­beit und „Ari­sie­run­gen“ zogen. Auch die groß­zü­gi­ge Un­ter­stüt­zung durch die Al­lier­ten und der Er­lass der deut­schen Kriegs­schul­den An­fang der Fün­zi­ger Jahre – mo­ti­viert durch den be­gin­nen­den Kal­ten Krieg – sowie die weit­ge­hen­de Ab­leh­nung so­ge­nann­ter „Ent­schä­di­gungs­zah­lun­gen“ an ehe­ma­li­ge Zwangs­ar­bei­ter_in­nen und Opfer der Deut­schen Ari­sie­rungs-​ und Ver­nich­tungs­po­li­tik spie­len in der deut­schen Er­in­ne­rung keine Rolle.
Die Vor­stel­lung von Ge­sell­schaft als einig für die Ge­mein­schaft ar­bei­ten­des Volk be­steht fort, Ar­beit bleibt in Deutsch­land Dreh- und An­gel­punkt ge­sell­schaft­li­cher In­te­gra­ti­on. Wäh­rend Ar­beits­lo­se in Frank­reich mehr Geld for­dern, schrei­en sie hier­zu­lan­de nach Ar­beits­plät­zen. Denn „Voll­be­schäf­ti­gung” wird nicht als Dro­hung emp­fun­den, son­dern ist immer noch ein gern ge­se­he­nes Wahl­ver­spre­chen. Im Ein-​Eu­ro-​Job zeigt sich die ganze Sinn­ent­leertheit deut­scher Ar­beit. Oft wird hier nicht ein­mal Mehr­wert er­zeugt, son­dern bloß der Zwang zu Ar­bei­ten dort durch den Staat auf­recht­er­hal­ten, wo der Markt nicht mehr greift. In Deutsch­land ist ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be immer an Lohnar­beit ge­bun­den, nicht als Selbst­er­hal­tung, son­dern als Dienst an der Na­ti­on.

IV. Ge­den­ken und Post­na­zis­mus
In der Reichs­po­grom­nacht am 9. No­vem­ber 1938 wur­den – ge­plant von SA und wei­te­ren Tei­len der NSDAP, aus­ge­führt von „ganz nor­ma­len Deut­schen” – im ge­sam­ten Reich Syn­ago­gen in Brand ge­steckt, Jü­din­nen_Ju­den miss­han­delt, ein­ge­sperrt und er­mor­det. Was hier in der kol­lek­ti­ven Ra­se­rei in Er­schei­nung trat, voll­zog sich spä­ter in den Gas­kam­mern der Kon­zen­tra­ti­ons­la­ger und den Er­schie­ßungs­ak­tio­nen der Ein­satz­grup­pen. Akri­bisch ver­such­ten die Deut­schen noch die letz­ten Jü­din­nen_Ju­den auf­zu­spü­ren und zu er­mor­den. Die­sem Vor­ge­hen kann keine öko­no­mi­sche Ratio un­ter­ge­ju­belt wer­den, Mo­ti­va­ti­on war ein­zig der Wunsch nach voll­stän­di­ger Ver­nich­tung. Genau hier zeigt sich der Um­schlag der in­stru­men­tel­len Ver­nunft, das Schei­tern an der nicht mehr mit ihr ver­bun­de­nen Hu­ma­ni­tät. Die Auf­klä­rung und ihr Wis­sen wur­den nicht zur Be­frei­ung der Men­schen aus ihrem Joch, son­dern zur Ver­nich­tung der „Ge­gen­ras­se” ge­nutzt. Durch Be­tei­li­gung, Zu­stim­mung und Un­ter­stüt­zung die­ser an­ti­se­mi­ti­schen Ra­se­rei be­kun­de­te die über­gro­ße Mehr­heit der Deut­schen Ge­schlos­sen­heit und Ein­ver­ständ­nis mit der mas­sen­haf­ten Ver­nich­tung von Jü­din­nen_Ju­den, als deren Auf­takt die­ses Po­grom zu fas­sen ist. Nicht zu­fäl­lig wurde eben nicht der zu­nächst an­ge­dach­te 9. No­vem­ber 1989 als Jah­res­tag des Mau­er­falls zum „Tag der deut­schen Ein­heit” er­wählt. Die Ju­bel­ari­en des neuen Deutsch­land soll­ten nicht durch seine fünf­zig Jahre zu­rück­lie­gen­de Ge­schich­te be­droht wer­den.
Doch von sol­cher­art Au­gen­wi­sche­rei soll­te sich kei­ne_r ver­wir­ren las­sen: Die deut­sche Volks­ge­mein­schaft, die­ser kol­lek­ti­ve Zu­sam­men­schluss, der sich in sei­ner Ein­heit per­ma­nent vom „Ge­gen­volk” be­droht fühlt, hat mit der mi­li­tä­ri­schen Nie­der­la­ge 1945 kei­nes­wegs ein Ende ge­fun­den. Mit dem Be­griff des Post­na­zis­mus wird die Tat­sa­che ge­fasst, dass mit der mi­li­tä­ri­schen Nie­der­la­ge 1945 zwar das Mor­den en­de­te, die viel be­schwo­re­ne „Stun­de Null” aber nie ein­trat. Viel­mehr haben die nach­na­tio­nal­so­zia­lis­ti­schen De­mo­kra­ti­en in Deutsch­land und Ös­ter­reich Struk­tur-​ und Ideo­lo­gie­ele­men­te des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus mo­di­fi­ziert in sich auf­ge­nom­men. Die Kon­ti­nui­tät, die sich am au­gen­fäl­ligs­ten in der Ver­nich­tungs­po­li­tik der Na­tio­nal­so­zia­lis­t_in­nen als Basis des heu­ti­gen Mas­sen­wohl­stan­des aus­drückt, be­stimmt bis heute den Um­gang mit der Na­ti­on. Der An­ti­se­mi­tis­mus wurde durch die of­fi­zi­el­le Ta­bui­sie­rung zeit­wei­lig in den psy­chi­schen Un­ter­grund ge­drängt, ver­schwun­den ist er aber nicht.
Ein Bruch exis­tiert also nur in der Bil­dung von Tabus, der Ab­drän­gung von offen an­ti­se­mi­ti­schen Aus­sa­gen in eine Kom­mu­ni­ka­ti­ons­la­tenz. Unter deren Druck ent­wi­ckel­te sich eine ein­ge­schwo­re­ne Ge­mein­schaft, deren An­ti­se­mi­tis­mus sich wan­deln muss­te, aber nicht ver­schwand. Viel­mehr gab es be­reits 1950 mas­si­ven Pro­test gegen die Rück­erstat­tung jü­di­schen Ei­gen­tums, ein Zei­chen für den Wunsch, die Ver­bre­chen des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus zu ver­ges­sen und die mit ihnen ver­bun­de­nen Ge­füh­le ver­schwin­den zu las­sen. Die zen­tra­le Be­din­gung für letz­te­res war die Ver­drän­gung der Ver­gan­gen­heit ins­ge­samt, ins­be­son­de­re aber die der Ge­schich­te der Opfer der deut­schen Ver­bre­chen. Die sol­cher­art Ver­ge­mein­schaf­te­ten agier­ten gegen jede Be­dro­hung die­ses Sta­tus Quo, der ihnen die Mög­lich­keit zur wei­te­ren Iden­ti­fi­zie­rung mit Deutsch­land bot, gegen Mah­ner_in­nen und Über­le­ben­de. So steck­te in der „kol­lek­ti­ve[n] Ge­walt der Ab­wehr des ge­sam­ten Schuld­zu­sam­men­hangs“ (Theo­dor W. Ador­no) ein An­ti­se­mi­tis­mus, der die eins­ti­gen Opfer ver­ges­sen woll­te oder ver­höhn­te.
Die nach Ausch­witz für immer zer­stör­te po­si­ti­ve Iden­ti­fi­ka­ti­on mit deutsch-​na­tio­na­ler Iden­ti­tät zu re­stau­rie­ren und die kol­lek­tiv-​nar­ziss­ti­schen Be­schä­di­gun­gen zu über­win­den, ist das Ziel der Tä­ter_in­nen­ge­sell­schaft. So wird Ausch­witz mitt­ler­wei­le in alle Welt ex­por­tiert, indem über dor­ti­ge Grau­sam­kei­ten ver­glei­chend be­rich­tet wird. In Ju­go­sla­wi­en wird es di­rekt be­kämpft, in Dres­den mit den al­li­ier­ten Bom­bar­de­ments gleich­ge­setzt.
Aus Tä­ter_in­nen wer­den Opfer und Ge­läu­ter­te, über­all ist von „be­wäl­tig­ter Ver­gan­gen­heit” und dem „kol­lek­ti­ven Ler­nen” der deut­schen Ge­sell­schaft zu hören. Diese Be­schwö­run­gen sind zum ri­tua­li­sier­ten Ele­ment des neue­ren Er­in­ne­rungs­dis­kur­ses ge­wor­den. So wird ge­ra­de durch die Eta­blie­rung des Er­in­nerns an Ausch­witz Ab­wehr pro­vo­ziert. Zwi­schen der Ab­leh­nung selbst­kri­ti­scher Aus­ein­an­der­set­zung und der Äu­ße­rung von Vor­ur­tei­len be­steht ein Zu­sam­men­hang, das Un­be­ar­bei­te­te bricht sich immer wie­der Bahn in re­for­mu­lier­ten Res­sen­ti­ments gegen Er­in­nern­de und Jü­din­nen_Ju­den. Das vor­he­ri­ge kol­lek­ti­ve Schwei­gen über die deut­sche Schuld wurde von einer Be­red­sam­keit über den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus, die „deut­schen Dik­ta­tu­ren” und die „Ver­trei­bun­gen” ab­ge­löst. Die immer prä­sen­te Be­deu­tung der Ver­gan­gen­heit wurde nach­hal­tig in die Öf­fent­lich­keit ge­rückt. Dabei füh­ren die in­ten­si­vier­ten Ver­gan­gen­heits­dis­kur­se je­doch kei­nes­wegs zu mehr Auf­klä­rung, son­dern be­güns­ti­gen auch die teils sub­ti­len, teils un­ver­hüll­ten Ab­wehr­for­men. Die Ab­wehr kann heute Ausch­witz ge­ra­de als ihre Stär­ke dar­stel­len, muss sich nicht mehr daran vor­bei steh­len. Deutsch­land soll als „Auf­ar­bei­tungs­welt­meis­ter“ be­son­ders sein, da es aus Ausch­witz ge­lernt hat. Auf der an­de­ren Seite wird ver­sucht, sich als nor­mal dar­zu­stel­len, damit sich wie­der un­ge­hemmt po­si­tiv auf Deutsch­land be­zo­gen wer­den kann. Es wird ein Wan­del im Ver­ständ­nis der Na­ti­on hin zum Ver­fas­sungs­pa­trio­tis­mus „wie über­all sonst” be­haup­tet. Die­ses „über­all sonst”, womit in der Regel an­de­re eu­ro­päi­schen Staa­ten ge­meint sind, ist dabei zu­meist reine Pro­jek­ti­on. Der Irr­sinn der Nor­ma­li­tät ist eben kein Wunsch nach Gleich­ar­tig­keit zu „über­all sonst“, son­dern wünscht sich die bruch­lo­se Iden­ti­fi­ka­ti­on mit Deutsch­land.
Be­reits durch das Be­an­spru­chen der eu­ro­päi­schen Nor­ma­li­tät für die deut­sche Ge­schich­te wird Ausch­witz in Eu­ro­pa ver­teilt. Und dar­über hin­aus. Denn be­reits die Exis­tenz Is­raels er­in­nert an die deut­schen Ver­bre­chen. Durch die Tä­ter_in­nen-​Op­fer-​Um­kehr, die zum Kit­ten des Bru­ches mit Deutsch­land nach 1945 not­wen­dig ist, wer­den Jü­din­nen_Ju­den kol­lek­tiv als „Tä­ter­volk“ ima­gi­niert. Auf sie wird das ei­ge­ne schlech­te kol­lek­ti­ve Ge­wis­sen pro­ji­ziert, da sie der er­wünsch­ten Nor­ma­li­tät im Wege ste­hen. So wird die Po­li­tik Is­raels mit der des Na­tio­nal­so­zia­lis­mus par­al­le­li­siert, wie sich zum Bei­spiel bei den re­flex­haf­ten Ver­glei­chen der Si­tua­ti­on im Ga­za­strei­fen mit der im War­schau­er Ghet­to zeigt. Is­ra­el er­scheint so als pro­jek­ti­ves Zerr­bild eines „staat­lich kol­lek­ti­vier­ten Juden”. In Deutsch­land, wo sich der An­ti­se­mi­tis­mus an die ge­sell­schaft­li­chen Be­din­gun­gen nach der Nie­der­la­ge an­pas­sen muss­te, war es die Linke, die jenen nach dem Sechs­ta­ge­krieg 1967 als An­ti­zio­nis­mus re­for­mu­lier­te und ihn damit wie­der sa­lon­fä­hig mach­te. So kann es auch nicht ver­wun­dern, dass der ein­zi­ge von allen Par­tei­en ge­stütz­te Bun­des­tags­be­schluss der ak­tu­el­len Le­gis­la­tur­pe­ri­ode aus­ge­rech­net der von der Par­tei „Die Linke“ ein­ge­brach­te An­trag ist, der Is­ra­el nach der Er­stür­mung der ers­ten „Gaza­flo­til­le“ ver­ur­teil­te.

V. Deutsch­land has­sen!
Wer am 3. Ok­to­ber gegen deut­sche Zu­stän­de auf die Stra­ße geht – an jenem Tag also, der statt des 9. No­vem­ber als Fei­er­tag ge­wählt wurde, um nicht mehr über Ausch­witz reden zu müs­sen – muss eine Kri­tik an die­ser deut­schen Spe­zi­fik for­mu­lie­ren. Eine Kri­tik, die die Be­son­der­hei­ten Deutsch­lands nicht zu er­ken­nen ver­mag, die die Vor­gän­ge in die­sem Land le­dig­lich aus der welt­wei­ten Stand­ort­kon­kur­renz er­klä­ren will, greift nicht nur zu kurz – sie geht auch der Ideo­lo­gie des neuen, ge­läu­ter­ten Deutsch­land auf den Leim. Schlim­mer noch: Eine Ent­schul­dung Deutsch­lands aus den Rei­hen der ra­di­ka­len Lin­ken, wo ei­gent­lich die er­bit­terts­ten Fein­de der Na­ti­on ste­hen müss­ten, be­stä­tigt die­ser Ge­sell­schaft, heute eine unter vie­len zu sein. Die deut­sche Na­ti­on kann nicht nur in ihrer Funk­ti­on als Mo­bi­li­sie­rung der Be­völ­ke­rung im Kampf in­ner­halb der Welt­markt­kon­kur­renz ver­stan­den wer­den. Denn da­durch wer­den die Sub­jek­te nur als Na­tio­nal­au­to­ma­ten ver­stan­den und ohne ei­ge­nes in­ten­tio­na­les Han­deln aus ihrer Ei­gen­ver­ant­wor­tung ent­las­sen. Dabei ist es ge­ra­de die dia­lek­ti­sche Ver­wo­ben­heit von ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen und ihrem Nie­der­schlag im In­di­vi­du­um, die im Hin­blick auf Ausch­witz zu er­grün­den sind.
Ein kon­form zur deut­schen Ver­gan­gen­heits­be­wäl­ti­gung ge­hen­der Fort­schritts­glau­be ist also schon des­halb ein Skan­dal, weil die ge­sell­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se fort­exis­tie­ren, deren Dy­na­mik die Liai­son von Ra­tio­na­li­tät und Wahn und damit die in­dus­tri­ell or­ga­ni­sier­te Ver­nich­tung er­mög­lich­te. Der deut­sche Na­tio­na­lis­mus hat sich immer wie­der gegen die öko­no­mi­sche Ver­nunft ge­stellt, der ihm in­hä­ren­te An­ti­se­mi­tis­mus kann nicht be­rech­net wer­den.
Die von der deut­schen Ideo­lo­gie for­mu­lier­ten und aus­ge­führ­ten Aus­schlüs­se gehen weit über die hin­aus, die für die ka­pi­ta­lis­ti­sche Pro­duk­ti­ons­wei­se not­wen­dig sind. Nicht nur der über den Sieg an der Ost­front ge­stell­te Be­trieb der Ver­nich­tungs­la­ger bleibt un­er­klär­lich, wenn man sie nicht mit­denkt, son­dern auch der deut­sche All­tag. Immer noch wird diese Ideo­lo­gie jeden Tag re­pro­du­ziert und in der Pra­xis voll­zo­gen: von den Ver­trie­be­nen­ver­bän­den, die kei­nen Frie­den mit Polen und Tsche­chi­en schlie­ßen wol­len, von den An­ti­zi­ga­nis­t_in­nen, die im Juli 2011 in Le­ver­ku­sen ein von Roma be­wohn­tes Haus an­zün­de­ten, von Sach­be­ar­bei­ter_in­nen im Job­cen­ter, von Fuß­ball­kom­men­ta­tor_in­nen, die von „deut­schen Tu­gen­den“ im Sport fa­seln, von Na­zisch­lä­ger_in­nen auf der Stra­ße – und von lin­ken An­ti­se­mit_in­nen, die das­sel­be has­sen wie ihre Na­zi­groß­el­tern: die USA und Is­ra­el.
Gegen sie alle gilt es, wei­ter­hin die Kri­tik an den deut­schen Ver­hält­nis­sen zu schär­fen und dabei auch jene ein­zu­be­zie­hen, die über eine ver­flach­te Ana­ly­se der Ver­hält­nis­se und der Na­ti­on im Spe­zi­el­len sowie den Auf­ruf zur Pra­xis ver­su­chen, die „linke Masse“ zu mo­bi­li­sie­ren. So­lan­ge die Mehr­heit der Be­völ­ke­rung bis hin­ein in die ra­di­ka­le Linke wei­ter­hin der deut­schen Ideo­lo­gie an­hängt, wird sich eine ra­di­ka­le Kri­tik not­wen­dig gegen diese rich­ten müs­sen.

Nie wie­der Deutsch­land – Für den Kom­mu­nis­mus!

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17Jul/110

Kein Al Quds Tag!

anbei der Aufruf des Bündnis „No Al Quds“ – bestehend aus linken und antifaschistischen Gruppen aus Berlin:

Gegen Antisemitismus und Islamismus! Solidarität mit Israel!
Aufruf des antifaschistischen Berliner Bündnisses gegen den Al Quds-Tag

Am 27. August 2011 wollen Islamist_innen in Berlin zum so genannten Al-Quds-Tag als Kampftag des politischen Islam auf die Straße gehen. Seit dem Aufruf des iranischen Revolutionsführers Ayatollah Chomeini vom 8. August 1979 wird jedes Jahr zu diesem Anlass für eine Welt ohne Israel und die Eroberung Jerusalems demonstriert. Dieser Tradition folgend schürt das iranische Mullah-Regime Hass gegen den “dekadenten Westen“, verbreitet seit Jahren offen antisemitische Propaganda und leugnet den Holocaust. Gleichzeitig unterstützt es, durch Geld- und Waffenlieferungen, den Kampf islamistischer Terrororganisationen und arbeitet an seiner atomaren Bewaffnung, die angesichts der regelmäßig ausgesprochenen Vernichtungsdrohungen eine existenzielle Bedrohung für Israel darstellt.

Der islamistische Aufmarsch, der seit 1996 fast jährlich in Berlin stattfindet, war dabei schon mehrfach Anlaufpunkt für antizionistische Linke. Der Schulterschluss dieser ideologisch vermeintlich nicht zueinander kompatiblen Lager ist allerdings kein Einzelfall – so riefen bereits anlässlich der Gaza-Flottilla 2010 unter anderem prominente Mitglieder der Linkspartei mit Islamist_innen zur gemeinsamen Feindfahrt gegen Israel auf und zeigten damit, dass sie diesbezüglich die gleichen Positionen vertreten. Ziel dieser Unternehmung war es, die rechtlich abgesicherte Seeblockade gegen das islamistische Hamas-Regime zu durchbrechen und Israels staatliche Souveränität anzugreifen. Die Organisator_innen gaben sogar zu, dass es ihnen nicht um humanitäre Hilfe geht und ihnen die Menschenrechte im Gazastreifen egal sind. Auch im Sommer 2011 wollten die antisemitischen Kreuzfahrer_innen wieder aufbrechen, um ihrem internationalen Projekt – eine Welt frei vom „zionistischen Gebilde“ – einen Schritt näher zu kommen. Allerdings haben es diesmal die Boote der Flottille fast ausnahmslos nicht einmal geschafft in See zu stechen.

Funktionierte die deutsche Schuldabwehr unmittelbar nach dem Nationalsozialismus vor allem durch Leugnung oder Relativierung der Shoa, wurde spätestens seit der Rot-Grünen Koalition 1998 die Anerkennung deutscher Schuld zum zentralen Faktor der Staatsräson der Bundesrepublik. Diese Anerkennung allerdings ist nicht mehr als ein Lippenbekenntnis. Ausgeblendet wird die Frage, welche konkreten gesellschaftlichen Ursachen den Nationalsozialismus ermöglichten oder wie eine dermaßen wahnhafte Ideologie von nahezu einer ganzen Bevölkerung reproduziert und täglich umgesetzt werden konnte. Ziel emanzipatorischer Bestrebungen kann also niemals ein besseres Deutschland sein, sondern eine grundlegende Veränderung der bestehenden Verhältnisse. Eine staatliche Aufarbeitung der Vergangenheit, die auf einen Schlussstrich abzielt, muss notwendigerweise scheitern. Es wird hier eine deutsche Identität konstruiert, die abzulehnen ist.

Eine besondere historische Verantwortung für Israel, die vor diesem Hintergrund von politischer Seite immer wieder postuliert wird, wird angesichts der unzureichenden deutschen Auseinandersetzung mit der Vergangenheit zu einer Farce. Die Rolle Deutschlands als wichtiger Exporteur in den Iran – unter anderem für dessen kriegswichtige Industrien – trägt ihr Übriges dazu bei. Und wie die offizielle deutsche “Solidarität“ mit Israel aussieht, sah man unter anderem Anfang Juni 2010 nach der ersten sogenannten Gaza-Flottille. Damals sprach der Bundestag einstimmig und über alle Parteigrenzen hinweg dem Staat Israel das Recht auf Selbstverteidigung ab.

Israel wurde als Konsequenz aus der über 2000 Jahren währenden antisemitischen Verfolgung, die ihren Höhepunkt im deutschen Vernichtungswahn fand, gegründet, um alle von Antisemitismus betroffenen Menschen vor Mord und Verfolgung zu schützen. Dass sich Israel in diesen falschen Verhältnissen, die Antisemitismus tagtäglich reproduzieren, nur militärisch verteidigen kann, ist traurige Realität. Diejenigen also, die es mit Antifaschismus ernst meinen und für die die Maxime, alles „Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts ähnliches geschehe“ (Adorno), untrennbar zum eigenen Politikverständnis gehört, müssen unmissverständlich Partei für Israel ergreifen und sich klar gegen seine Feinde stellen. Ganz egal, ob es sich dabei um Kräfte der so genannten bürgerlichen Mitte, Islamist_innen, antizionistische Linke oder Nazis handelt.

::: KEIN AL QUDS-TAG!
::: Gegen Antisemitismus und Islamismus!
::: Solidarität mit Israel!

Antifaschistische Demonstration gegen den Marsch am Al Quds-Tag
Samstag, 27. August 2011 | 12:00 Uhr | Wittenbergplatz (Berlin)

und als Empfehlung die dazugehörige Vortragsreihe in Berlin:

05. August 11 · 19:00 Uhr · K9 · Kinzigstraße 9
Die Bedeutung des Arabischen Frühlings für die islamische Republik Iran
Vortrag von Dr. Kazem Moussavi, Sprecher der Green Party of Iran in Deutschland.

10. August 11 · 19:00 Uhr · Tristeza · Pannierstraße 5
Hisbollah – Geschichte und Gegenwart der „Partei Gottes“
Vortrag von Jonathan Weckerle, Sprecher von STOP THE BOMB und Mitglied im Mideast Freedom Forum Berlin.

16. August 11 · 19:00 Uhr · K9 · Kinzigstraße 9
Antisemitismus in der deutschen Linken

18. August 11 · 19:00 Uhr · Tante Horst · Oranienstraße 45
Ideologie des Al Quds-Tags
Vortrag von Wahied Wahdat-hagh, Senior Fellow European Foundation for Democracy

24. August 11 · 19:00 Uhr · Centrum Judaicum · Oranienburger Str. 28/30
Arabischer Nationalismus, moderner Antisemitismus und die Auslandspropaganda der Nationalsozialisten
Vortrag von Vera Henßler (Berlin) und Hannes Bode (Halle)

Weitere Infos hier.

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18Jun/110

Veranstaltungshinweis: Jan Gerber – Das Ende des Antifaschismus?!



Das Ende des Antifaschismus?!
Vortrag und Diskussion mit Jan Gerber auf der Grundlage seines Buches: „Nie wieder Deutschland? Die Linke im Zusammenbruch des »realen Sozialismus«“
27. Juni 2011 // 18.00 Uhr // Audimax der Alice-Salomon-Hochschule (U5-Bhf. Hellersdorf)

Auf die so genannte deutsche Wiedervereinigung reagierte „die Linke“ mit einer Spaltbewegung: Während das traditionalistische Lager versuchte, die aktuellen Ereignisse mit den bewährten Kategorien zu interpretieren, rückten für andere die NS-Vergangenheit und der Holocaust in den Mittelpunkt der Analyse. Damit sei an eine Debatte angeknüpft worden, die in den vierziger Jahren für kurze Zeit geführt und mit Beginn des Kalten Krieges abgebrochen worden war. Es ging nun erneut um die »Frage nach der Bedeutung des Holocaust für das linke Verständnis von Fortschritt und Geschichte«, die »Positionierung gegenüber Israel«, sowie die »Frage des Antisemitismus und des Verhältnisses zwischen Volk und Nation«. (Wellm, Anton: Nie wieder Deutschland! Gerber-Rezension In: Phase 2. Nr. 38)

Der klassische Antifaschismus sei dabei Blind gegenüber dem Antisemitismus und dem nationalsozialistischen Zusammenspiel von „Mob und Elite“: Weil er den Kampf gegen den Nationalsozialismus mit dem zukunftsfrohen Optimismus der Arbeiterbewegung vermischte, war der Antifaschismus untrennbar mit dem Glauben an den fortschrittlichen Charakter »der Massen« verbunden.

Aufgrund seiner Verbindung des Kampfes gegen den Nationalsozialismus mit dem linken Glauben an einen roten Faden der Geschichte bot das Konzept des Antifaschismus nach 1945 außerdem eine Orientierungssicherheit, die weit über die rückwirkende Identifikation mit dem antifaschistischen Widerstand hinausging. Ist der Glaube an einen logisch-vernünftigen Gang der Geschichte schon mit der proletarischen SA in Mitleidenschaft gezogen worden, lässt sich spätestens seit Auschwitz kein Zusammenhang mehr zwischen Geschichte und Vernunft herstellen.

Warum Auschwitz eine notwendige Voraussetzung für eine Gesellschaft der Freien und Gleichen sein soll, ist mit den Mitteln der Vernunft auch beim besten Willen nicht zu erklären. Der Antifaschismus, der seine volle Wirkung erst nach 1945 entfaltete, dürfte einerseits einer der Faktoren gewesen sein, die den linken Blick auf Auschwitz verstellten und dazu beitrugen, dass das Wissen über den Massenmord nur selten in ein Begreifen umschlug: Aufgrund seiner Einbindung in den Dualismus von Fortschritt und Reaktion bot er nur Platz für die Kategorie des »Kampfes«, nicht aber die Vernichtung; für diejenigen, die aufgrund ihrer Überzeugung, nicht aber um ihrer selbst willen ermordet worden waren. Andererseits lieferte das Konzept des Antifaschismus die Möglichkeit, die eigenen Ahnungen über die Auswirkungen des Massenmordes zu verdrängen und sich das zukunftsfrohe Weltbild der Arbeiterbewegung anzueignen.

Vor diesem Hintergrund kann festgehalten werden, dass wenn der Linken nichts mehr einfällt, ihr der Antifaschismus einfällt. So war es 1977, als nach dem Zerfall der ersten Anti-AKW-Bewegung die große Stunde der Antifakommission des Kommunistischen Bundes, der sich bis dahin um »kritische Intervention« in die Bewegung bemüht hatte, schlug. So war es Ende der 1980er Jahre, als die DKP ihren »Friedenskampf« nach der vorläufigen Vertagung des Atomkrieges zugunsten der so genannten Antifa-Arbeit zurückstellte. Und so ist es letztlich auch seit Anfang der 1990er Jahre, seit sich die radikale Linke ausgerechnet im Bereich des Antifaschismus darum bemüht, ihre vielbeschworene Praxistauglichkeit wiederzuerlangen. Zwar waren die jeweiligen Entdeckungen des Antifaschismus stets auch dem verstärkten Auftreten von Neonazigruppen geschuldet. Der Antifaschismus ist allerdings – und das kann sowohl angesichts des jüngsten Antifa-Booms als auch angesichts der bundesweiten Volksfront gegen den Neonaziaufmarsch in Dresden gar nicht genug betont werden – nicht allein die Gegnerschaft zu Nazis, das Herumsitzen vor NPD-Aufmärschen oder die gelegentliche Rauferei mit den Mitgliedern bedeutungsloser Kostümvereine. Im Antifaschismus ist vielmehr einer der zentralen Gründe dafür zu suchen, warum die Linke den Unterschied zwischen Adolf Hitler und Franz Josef Strauß, gegen den sich 1980 eine der größten Antifa-Kampagnen der Bundesrepublik richtete (»Stoppt Strauß«), nie begreifen konnte, warum sie der Sowjetunion und der DDR trotz regelmäßiger Kritik am »Realsozialismus« über fast vierzig Jahre hinweg die Treue hielt, und schließlich: warum sie mit dem Untergang der DDR in jenen schockähnlichen Zustand fiel, der immer noch anhält.

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1Mai/110

Veranstaltungshinweis: “Différance und Barbarei.”

Die Vortragsreihe "Différance und Barbarei - Zur Kritik poststrukturalistischen Denkens" der HUmmel Antifa sei herzlichst empfohlen:

Sein zum Tode. Martin Heidegger, Sayyid Qutb und die Aktualität der deutschen Ideologie
Vortrag und Diskussion mit Philipp Lenhard
Dienstag, 10. Mai 2011 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Kinosaal

Gegenaufklärung. Die poststrukturalistische Rehabilitierung deutscher Ideologie
Vortrag und Diskussion mit Alex Gruber
Freitag, 13. Mai 2011 ab 18.30 Uhr in der Humboldt-Universität - Raum 2002

Jacques Derrida als Nachlassverwalter der Heideggerschen Neoontologie
Workshop mit Alex Gruber
Samstag, 14. Mai 2011 ab 12.00 Uhr in der Humboldt-Universität

Das Buch zur Veranstaltungsreihe:

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26Mrz/110

Streetparade Neukölln

...und am 28. April 2011 um 18 Uhr am Rathaus Neukölln zur Antifaschistische Streetparade zum Tag der Befreiung Neuköllns.

Aufruf hier.

Blog hier.

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27Nov/101

Veranstaltungshinweis: Matthias Küntzel “Die Deutschen und der Iran”

Mittwoch, 1. Dezember 2010, 19.00 Uhr
Ingeborg-Drewitz Bibliothek (im Schloss),
Grunewaldstraße 3, 12165 Berlin

Eine Veranstaltung der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek, Stadtbibliothek Steglitz-Zehlendorf und der Victor-Gollancz-Volkshochschule.

Ankündigungstext: Nach der Zerschlagung der iranischen Demokratiebewegung im Juni 2009 ist die Gefahr nuklearer Abenteuer gestiegen. Ahmadinejad glaubt an die Wiederkunft des schiitischen Messias, die er durch Chaos in der Welt beschleunigen will. Bis heute ist Deutschland mit dem Regime, das den Holocaust leugnet und Israel auslöschen will, wirtschaftlich, politisch und kulturell enger verbunden als jedes andere europäische Land.

Soll es bei dieser »verhängnisvollen Freundschaft« bleiben? Oder wird die Bundesregierung die besonders engen Drähte zwischen Teheran und Berlin als Druckmittel einsetzen, um eine Katastrophe abwenden zu helfen?

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25Nov/100

Gegen Antizionismus und Geschichtsrevisionismus!

Finkelsteins Propaganda stoppen. Keine Veranstaltung im Hotel Maritim!

Am 27. November 2010 organisiert der "Palästinensische Ärzte- und Apothekerverband" im Berliner "Maritim Hotel" eine Veranstaltung mit dem US-Autor Norman Finkelstein als Referenten. Es ist der zweite Versuch in diesem Jahr, Finkelstein in Berlin sprechen zu lassen.

Norman G. Finkelstein macht in seinen Publikationen nicht nur jüdische NS-Überlebende zu den eigentlichen Nutznießer_innen der Geschichte, sondern ist vor allem für antizionistische Positionen bekannt. Seine Tiraden gegen den jüdischen Staat verbindet er stets mit der Solidarisierung gegenüber antisemitischen Organisationen wie der Hamas und der Hisbollah. Es ist kein Zufall, dass Finkelstein ein beliebter Referent für linke und islamische Antizionist_innen, Antisemit_innen und Nazis ist. Zugleich wird er von der neurechten Zeitung "Junge Freiheit" sowie der antizionistischen "jungen Welt" in höchsten Tönen gelobt und zu Veranstaltungen eingeladen. Er erfüllt die Rolle des jüdischen Kronzeugen, der die Einladenden nach außen vor der Kritik an antisemitischen Denkstrukturen immunisieren soll.

Zum Aufruf und Blog des Bündnisses gegen den Auftritt Norman Finkelsteins geht´s hier.

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4Sep/100

Hinrichtungen als politische Waffe in der Islamischen Republik Iran

Vortrag und Diskussion mit Mina Ahadi
10. September 2010, 19.00 Uhr
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalderstr. 4, 10405 Berlin

Der Fall der wegen „Ehebruch“ zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakineh Mohammadi Ashtiani hat weltweit zu Protesten und Berichten geführt. Frau Ashtiani wurde bereits mit 99 Peitschenhieben gefoltert und ihr droht noch immer die Hinrichtung. Doch handelt es sich bei ihr nicht um einen Einzelfall, vielmehr gehören Hinrichtungen von Beginn an zu den politischen Waffen der Islamischen Republik. Öffentlich zelebrierte Steinigungen und Hinrichtungen am Galgen dienen dem Regime als Machdemonstrationen. Mit offenem Terror soll besonders gegen Frauen und Homosexuelle die islamische Sittenordnung durchgesetzt und jede als „Verwestlichung“ beschriebene kulturelle Freiheit bekämpft werden. Auch die politische Opposition wird mit Mord und Folter eingeschüchtert und geschwächt, berüchtigt sind etwa die Gefängnismassaker von 1988, für die zahlreiche der heutigen Machthaber verantwortlich sind.

Mit Aufkommen der landesweiten Massenproteste nach der Präsidentschaftswahlfarce vom Juni 2009 hat die Zahl der Todesurteile und Hinrichtungen drastisch zugenommen. Wieder einmal soll die iranische Freiheitsbewegung vor den Augen der Welt blutig zerschlagen werden. Dabei wird es von entscheidender Bedeutung sein, ob auch und gerade die deutsche Regierung endlich alle Druckmittel gegen das Regime einsetzt und die Freiheitsbewegung im Iran unterstützt, oder ob man in Deutschland weiterhin auf die politische, wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit mit dem islamistischen, antidemokratischen und antisemitischen Terrorregime setzt.

Mina Ahadi ist als exil-iranische Aktivistin u.a. Gründerin des Internationalen Komitees gegen Steinigung und Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime. Sie ist aktuell für eine internationale Kampagne zur Rettung Sakinehs verantwortlich

Eine Veranstaltung des Berliner Bündnis gegen Steinigungen und Hinrichtungen.

Videomitschnitt

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21Aug/100

Solidarität mit Israel! – Gegen Islamismus und Antisemitismus

auf folgende Demonstration sei hingewiesen:

Solidarität mit Israel! – Gegen Islamismus und Antisemitismus

Am 4. September 2010 demonstrieren in Berlin Islamist_innen, Neonazis und antizionistische Linke für die „Befreiung Jerusalems“, also für die Zerschlagung des jüdischen Staates Israel. Die Berliner Demonstration ist Teil des internationalen Al-Quds-Tages, an dem das iranische Mullahregime seinen reaktionären Kulturkampf in die Welt trägt. In diesem Jahr ruft ein Bündnis antifaschistischer Gruppen auf, der gruseligen Propagandashow entgegenzutreten.

Al-Quds-Tag
Al Quds ist der arabische Name Jerusalems. Nach der iranischen Revolution 1979 erklärte der Kleriker und „Revolutionsführer“ Ayatollah Khomeini den letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan zum internationalen Al-Quds-Tag. Seither werden weltweit Kundgebungen und Demonstrationen gegen Israel organisiert. Von Teheran bis London, von Jakarta bis Toronto, von Manila bis Beirut und auch in Berlin tragen die Fans der palästinensischen Intifada und eines islamischen „Heiligen Krieges“ ihre Vernichtungsdrohung gegen Israel auf die Straße. Sympathien gelten den Terrorgruppen Hizbullah und Hamas, die mit iranischem Geld und iranischen Waffen jeden politischen Friedensprozess im Nahen Osten sabotieren. Auf iranischen Al-Quds-Demonstrationen ruft die Staatsführung offen zur „Vernichtung des zionistischen Gebildes“ auf und bezeichnet den Holocaust als „Lüge“ und „Vorwand für die Gründung Israels“. In Deutschland, wo solche Propaganda verboten ist, demonstriert man augenzwinkernd „gegen Antisemitismus und Zionismus“.

Iran: Antisemitismus als staatstragende Ideologie
Als gesetzlicher Feiertag der Islamischen Republik Iran ist der Al-Quds-Tag zentrale Manifestation eines staatstragenden Antisemitismus. Die fanatische Massenmobilisierung gegen den vermeintlichen „Fremdkörper“ Israel offenbart ein totalitäres Gemeinschaftsideal, in dem Religion, Politik und Kultur ununterscheidbar zusammenfallen. „Der Zionismus“ wird als übermächtiger und verschlagener Feind dämonisiert, von dessen Vernichtung das Schicksal der Welt abhänge. Das Zerrbild einer solchen endzeitlichen Schlacht von Gut gegen Böse ist eine wesentliche Stütze des theokratischen Regimes. Es lässt jede politische Opposition als Hochverrat erscheinen, und deckt so die Verbrechen der iranischen Staatsmacht: Homosexuelle werden gehängt, zahllose Frauen als „Ehebrecherinnen“ gesteinigt, Liberale und Kommunist_innen zu Tode gefoltert.

Doch das islamistische Programm einer „Wiederherstellung“ des goldenen Zeitalters des Propheten ist kein Ausfluss einer vermeintlich „vormodernen“ islamischen Welt, sondern ein spezifisch modernes Phänomen. Zentrale Taktik des politischen Islam ist es, sich als Opfer einer „zerstörerischen westlichen Kultur“ darzustellen und sich dabei als Reaktion auf selbige zu inszenieren. Die strukturellen, in letzter Instanz unpersönlichen Zwänge kapitalistischer Verwertung werden verschwörungstheoretisch als absichtsvolle Zersetzungsstrategie „der Zionisten“ gedeutet, also in klassisch antisemitischer Manier „den Juden“ angekreidet. Im Staat Israel findet dieser reaktionäre Antikapitalismus eine konkrete Projektionsfläche. Hinter diesem „kleinen Satan“ aber stünden als „großer Satan“ die USA, die – wen wundert’s – wiederum von „den Zionisten“ ferngesteuert seien.

Die religiös verbrämte Rhetorik eines vom „Westen“, von Israel und den Juden „gedemütigten“ Islam, der sich nur in der Vernichtung Israels „befreien“ könne, befriedigt vielfältige ideologische Bedürfnisse, und wird deshalb auch von gemäßigten Moslems und weltlichen Nationalisten angenommen. Das greifbare Feindbild eines wehrhaften jüdischen Staates bestätigt wieder und wieder die eigene Opferstilisierung, und schreibt gesellschaftliche Konflikte einem äußeren Feind zu. Mit seiner aggressiven antiisraelischen Propaganda tritt der Iran als Verteidiger der Entrechteten auf, und untermauert gerade damit seinen Führungsanspruch in der islamischen Welt. Sie lenkt von den innenpolitischen Problemen des Mullahregimes ab, das längst nicht mehr so stabil ist, wie es sich gerne gibt. Umso bedrohlicher ist das iranische Atomwaffenprogramm, durch das die Vernichtung Israels zur realen Gefahr wird.

Die Linke und Israel
Ihre Feindschaft zu Israel ist es, die Teile der globalen Linken mit den Islamist_innen verbindet. So bewegt sich auch die iranische Propaganda in den Bahnen eines vulgären Antiimperialismus, der die Welt in entrechtete Völker und raffgierige Ausbeuter sortiert. Von Anfang an sollte der Al-Quds-Tag die „Basis zur Gründung einer Partei aller Unterdrückten der Welt sein“ (Khomeini). Ziel ist freilich nicht die Emanzipation des Individuums aus gesellschaftlicher Herrschaft, sondern eine befriedete Gemeinschaft unter Allahs weisem Diktat. Es wirft ein Schlaglicht auf die ideologische Verfassung weiter Teile der globalen Linken, nämlich dass sie kaum jemals gegen die autoritäre Theokratie des Iran protestieren, aber bei jeder Gelegenheit gemeinsam mit dieser auf Israel eindreschen. Im Namen von Frieden und Humanismus wird die Existenz Israels in Frage gestellt, und der palästinensische Terrorismus als revolutionäre Avantgarde gefeiert.

Jüngstes Beispiel dieser antiisraelischen Querfront ist der medienwirksame Versuch einer internationalen Propagandaflottille, Israels Seeblockade des islamistischen Hamas-Regimes zu durchbrechen. Die Teilnahme prominenter Vertreter_innen der deutschen Linkspartei wird nicht erst dadurch zum Skandal, dass auch türkische Faschist_innen und arabische Jihadist_innen mit an Bord waren. Skandal ist bereits ihr israelfeindliches Anliegen selbst, ihr Angriff auf den Versuch des jüdischen Staates, iranischen Waffenschmuggel in den Gaza-Streifen zu verhindern. Dass Israel dabei nur auf sich selbst vertrauen kann, beweist die pompös inszenierte, aber völlig wirkungslose UN-Aufsicht der Hisbollah im Südlibanon, wo längst wieder tausende iranische oder vom Iran finanzierte Raketen gegen Israel in Stellung gebracht wurden. Ohne solche Fakten überhaupt zu erwägen, demonstrierten auch in Berlin Linkspartei und Teile der Antifa gemeinsam mit Islamist_innen und türkischen Faschist_innen gegen das Abfangmanöver des israelischen Militärs. Wochenlang verbreiteten sie Lügenmärchen über die Friedfertigkeit einer gewalttätigen Propagandatruppe, die den Kampf gegen Israel als „Heiligen Krieg“ begreift.

Rechte Israelsolidarität und antimuslimischer Rassismus
In Abgrenzung zum antisemitischen Weltbild traditioneller Neonazis haben sich in den letzten Jahren in Europa und nicht zuletzt in Deutschland extrem rechte Gruppen herausgebildet, die den Islam als Hauptfeind ausmachen. Die westlichen Gesellschaften werden als gewachsene und fortschrittliche Kulturen eines „jüdisch-christlichen Abendlandes“ idealisiert. Israel erscheint in diesem Weltbild als Vorposten im Kampf gegen den Islam.

Auch diese Freund-Feind-Sortierung ist durchschaubare Ideologie. Soziale Konflikte werden zu Kulturkämpfen mystifiziert, in denen sich moderne Chauvinist_innen und Rassist_innen unverfänglicher austoben können. Der inszenierte Schulterschluss mit Israel soll an die offizielle proisraelische Staatsräson der Berliner Republik anknüpfen, und die Frontstellung gegen „den Islam“ provokant untermauern. In Wahrheit liegt diesen sich betont israelsolidarisch gebenden Rechten weder an Israel noch an einer kritischen Reflexion antisemitischer Ideologien. Ihre Berufung auf eine vermeintlich vorpolitische „Kultur“ als Quelle kollektiver Identität fordert Homogenisierung und Konformismus.

Deutschlands Rolle
Der nach dem 2.Weltkrieg in Deutschland entstandene „Neue Antisemitismus“, der durch Relativierung bzw. Leugnung der Shoah deutsche Schuld abzuwehren sucht, ist auch heute noch im Denken weiter Teile der Bevölkerung vorhanden. Zugleich ist auf der anderen Seite die Anerkennung deutscher Schuld ein zentraler Faktor der Staatsräson der Berliner Republik geworden. Dies wurde spätestens 1999 deutlich, als deutsche Flugzeuge mit der moralischen Legitimation eines „nicht trotz, sondern wegen Ausschwitz“ Belgrad bombardierten. Aus eben selbiger leitet sich eine besondere Verantwortung für Israel ab.
Obwohl Deutschland erst kürzlich seine Wirtschaftsbeziehungen eingeschränkt hat, ist es noch immer zweitgrößte Exporteur in den Iran – unter anderem für dessen kriegswichtige Industrien – und hat jahrzehntelang offen antisemitischen Staaten politische Treue gehalten.

Warum Israel
In einer kapitalistisch verfassten Welt, die ihren Antisemitismus stetig reproduziert, ist die staatliche Souveränität der Jüdinnen und Juden die einzig angemessene Möglichkeit, dem mörderischen Antisemitismus dauerhaft Schranken zu setzen. Die Notwendigkeit eines jüdischen Staates wird täglich aufs Neue bestätigt durch einen grassierenden Antisemitismus, der sich nicht zuletzt auch beim so genannten Al-Quds-Tag manifestiert.

Für den 4. September rufen wir zu einer Demonstration in Berlin auf. Anlässlich der Al-Quds-Demonstration wollen wir unsere Solidarität mit Israel ausdrücken, und ein Zeichen gegen jeden Antisemitismus setzen.

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6Jun/100

Gegen das Bündnis der Kriegstreiber von Linkspartei und Hamas! – Solidarität mit Israel!

Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus

Samstag, 12. Juni 2010 ab 14 Uhr auf dem Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin-Mitte

"Das darf man Israel so nicht durchgehen lassen", schäumte Gregor Gysi; der Linkspartei-Abgeordnete Wolfgang Neskovic forderte Ermittlungen gegen Israel wegen des "Anfangsverdachts eines Kriegsverbrechens"; Nader El-Saqa von der Palästinensischen Gemeinde Deutschlands e.V. bezeichnete den israelischen Angriff als "Kriegserklärung Israels an alle auf den Schiffen vertretenen Nationen". Darin sind sich die deutschen Vertreter der humanitären Sache einig mit Tayyip Erdogan, dem türkischen Ministerpräsidenten, der hinzufügte, dass Israel ein "Geschwür" im Nahen Osten sei. Noch sind Abstufungen in den Formulierungen zu hören Ð doch zieht sich eine Linie von Gysi zu Erdogan, Hugo Chavez und der iranischen Führung. Und einig sind sich auch die europäischen Regierungen mit Barack Obama: Nicht das Bündnis von Linken und Islamisten sei das Problem, sondern Israel.

Dieses Bündnis, das sich auf dem Schiff "Mavi Marmara" versammelte, fungiert als Propagandatruppe der antisemitischen Internationale: Unter der Führung des Djihad-Finanziers IHH fuhren deutsche Linke, türkische Islamisten und Faschisten der "Grauen Wölfe", englische Friedensbewegte und amerikanische Menschenrechtler gegen Israel. Norman Paech, der prominenteste Völkerrechtler und "Israel-Kritiker" der Linkspartei, durfte in den ARD-Tagesthemen ganz offen aussprechen, dass es nicht um Hilfslieferungen, sondern um das Brechen der Blockade ging Ð um eine "politische Aktion", d.h. praktisch um die Unterminierung der israelischen Souveränität und Sicherheit. Nun beschwert er sich über das israelische "Kriegsverbrechen". Norman Paech, Inge Höger und andere Linkspartei-Funktionäre bezeichnen die durch ausführliches Videomaterial belegte israelische Darstellung der Vorgänge als Fälschung. Sie wollen keine antisemitischen Schlachtgesänge gehört und schon gar keinen bewaffneten islamistischen Lynchmob gesehen haben. Jeder Evidenz ins Gesicht zu lügen und aus in Notwehr handelnden Soldaten kaltblütige Mörder zu machen - das ist die Wahrheit der Antisemiten.

Im Namen des Friedens wollen sie den Weltkrieg gegen Israel entfesseln. Was sie Israel unterstellen, wollen sie selbst. Henning Mankell freut sich schon, wenn Israel gezwungen ist, erneut militärisch gegen diese Friedensfreunde vorzugehen: "Was wird im kommenden Jahr passieren, wenn wir mit hunderten Booten zurückkehren? Werden sie dann eine Atombombe zünden?" Und Erdogan, der angeblich schon über einen Einsatz der türkischen Armee zur Befreiung des Gaza-Streifens nachdenkt, sieht sich ebenfalls schon an Bord der nächsten Armada. Die Sehnsucht nach einem humanitären Einmarsch in Israel, der das Ende des jüdischen Staates bedeuten würde, scheint der Verwirklichung nahe.

Das Bündnis der globalen Linken mit dem Islamismus vollzieht sich unter dauernden Appellen an eine angeblich höhere und gerechtere, vor allem ganz dem Frieden verpflichtete Macht: die Vereinten Nationen. Das ist genau jenes "Staatenparlament", vor dem Ahmadinedschad seine antisemitischen Brandreden halten kann und das in seinen Beschlüssen und seiner Rhetorik so fatal an die Worte und intendierten Taten der Herren Paech, Mankell und Erdogan erinnert. Hatte 1939 Adolf Hitler den deutschen Welteroberungskrieg als Notwehr gegen die jüdischen Kriegstreiber proklamiert, so spricht Ahmadinedschad heute davon, dass "die Region für alle Zeiten von diesem Übel befreit" wird, wenn "das zionistische Regime seine Fehler wiederholt und neue Abenteuer beginnt." Das globale "Friedenslager" erkennt in solchen Aussagen beim besten Willen keine Vernichtungsdrohungen, das iranische Atomprogramm ist ihnen ein souveränes Recht und die Aufrüstung der "Freiheitskämpfer" von Hamas und Hisbollah ist ihnen ein Akt der internationalen Solidarität.

So ist es kein Wunder, dass der fortgesetzte Terror der Hamas mit Raketen gegen Israel und die islamistische Gängelung der Bevölkerung des Gaza-Streifens einfach ausgeblendet werden. Aus dem djiahdistischen Brückenkopf gegen Israel und die Juden weltweit, zu dem die Hamas den Gaza-Streifen gemacht hat, wird eine nach Frieden und Selbstbestimmung sich sehnende Versammlung edler Menschen, denen zu helfen Anliegen aller Humanisten weltweit sein müsse. Dass Frieden und Humanismus inzwischen zu Begriffen einer pervertierten Sprache geworden sind, hinter der sich Islamisten, Nazis, Antiimperialisten und andere Feinde der Humanität verschanzen, hat in Deutschland allen voran die Linkspartei zu verantworten. Wer sich mit Gestalten wie Norman Paech oder Inge Höger auch nur an einen Tisch setzt, wer deren Worte anders als judenfeindliche Auslassungen auf der Höhe der Zeit rezipiert, wer glaubt, dass mit diesen "Sozialisten des 21. Jahrhunderts" auch nur diskutiert werden könne, ist schon Teil des Problems.

Wir rufen auf zu einer Kundgebung vor dem Karl-Liebknecht-Haus, der Zentrale der Linkspartei. Wir können mit unseren Mitteln den unheimlichen Aufmarsch gegen Israel nicht stoppen, aber wir können das Bündnis von Djihad und Sozialismus denunzieren. Dazu rufen wir alle auf, die nach den Ereignissen der letzten Tage ihre uneingeschränkte Solidarität mit Israel öffentlich zeigen wollen.

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